Für einen Moment

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Wieder ist ein Kapitel in meinem Lebensbuch beendet….

Ich schlage das Buch zu
für einen Moment
streiche gedankenversunken
über die Hülle meines Ich
bevor ich einen neuen Abschnitt beginne

Melancholisch und freudig zugleich lächelt meine Seele und badet in den Erinnerungen der vergangenen Wochen Die vielen Menschen, die nun Teil meiner Geschichte wurden,
die wertvollen Gespräche und Erfahrungen die ich sammeln und mitnehmen durfte,
um an Zukunftszeilen zu schreiben …wie reich ich doch geworden bin

Vorgestern wusste ich noch nichts von heute und heute weiß ich noch nichts von morgen,
aber eines ist gewiss: Zeile für Zeile werden sich die Seiten in meinem Buch weiterfüllen – kunterbunt und unvergleichlich…

Noch einmal streiche ich über die Hülle bevor ich das Buch wieder öffne, um ein neues Kapitel zu beginnen. …und Dankbarkeit weitet mit die Brust…..

© Birgit Walther-Lüers

Nur Fassade

Fassade

Oft ist es nur Fassade
billige Maskarade
das Gegenüber zu verschrecken
– zum Schutz -
das eigene Ich verstecken

Nimm dir doch Zeit zu schauen
und lerne Dich zu trauen
was hast Du zu verlieren?
– einen Schritt zurück -
investiere einen Blick

siehst Du den wahren Kern
?

© Birgit Walther-Lüers

 

Gedanken drehn sich im Kreis

 

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Zurückgelehnt,
folge ich meinen Gedanken
die sich im Kreis drehen

jedoch auf angenehme
Art und Weise

verliere ich den einen
gewinne den anderen,
verheirate sie zu einem Neuen

Ich folge ihm
er folgt mir
und in friedlichem Miteinander
drehen wir uns im Kreis

© Birgit Walther-Lüers

Traumhafte Realität

 

Mit meinem Denken Arm in Arm
wird mir bewusst, wie tief ich liebe
und punktum spür’ ich Seelenwarm
das wächst und sprüht wie Frühlingstriebe

Und wenn dann Dein Gesicht erscheint
kann ich die Augen leuchten sehen
schon sind wir zwei zu Eins vereint
und können wortlos uns verstehen

Mein Denken, Fühlen, schmiegt sich dann
an Deines, das in gleichen Tönen
lehnt lautlos sich an meines an
um unser Zweisam zu verwöhnen

Erwache ich aus diesem Traum
seh ich gleich das Gesicht von dir
und blick im Hier in deine Augen
die flüstern und bedeuten mir:

oh ja,

ich liebe Dich genauso sehr…….

 

21.04.12 © Birgit Walther-Lüers

 

Meine Insel

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Ein weites Meer liegt vor mir
mal ist es still, mal aufgebracht und ich treibe auf meinem kleinen Floß dahin.
Zu einer Insel zieht es mich, auf der ich leben möchte. Sie hat die Farben die ich mag, die Klänge die mir wohlklingen, und sie duftet nach Frieden und Harmonie. Sie ist umringt von Fantasie und voller Zärtlichkeit. Die Insel die ich erreichen möchte, liegt hinter´m Horizont.
Die Wellen tragen mich, wandern vorbei an seichten Ufern, an schönen Landschaften…sicherlich – doch ich habe kein Auge dafür. Mein Blick richtet sich zum Horizont…dort hin, wo meine Träume enden. Das Wasser umspült mich, flüstert mir ins Ohr, dass ich meine Augen während meiner Reise nicht verschließen soll, denn ich würde nicht wissen, ob die Insel hinter dem Horizont jemals zu erreichen wäre. Die Wellen haben Recht – ich weiß das. Ich sehe die Länder, die an mir vorüberziehen, ich spüre ihre Sonne, aber ich kann sie nicht genießen. Sie erwärmt nur die Oberfläche meiner Haut, doch sie erreicht mich nicht.
Schon einmal wollten die Wellen mich an Land spülen – ich sah die Sonne, hörte die Klänge, spürte Boden unter den Füßen, doch ich sperrte mich dagegen, konnte dort nicht verweilen, denn ich wusste – MEINE Insel existiert…! Und sie zu erreichen ist das, was ich will. Sie ist nicht nur ein schillernder Traum, den man sich ersinnt. Ich weiß von ihrer Existenz, denn ich habe sie schon gesehen.

So wurde mir klar, dass ich zurück muss. Zurück ins Wasser, auf mein kleines Floß und mich einfach weiter treiben lassen. Also kehrte ich dem Land den Rücken, überließ mich wieder den Wellen, die mich vielleicht… irgendwann… zu meiner Insel führen – oder auch nicht. Mir ist klar, dass ich ein hohes Risiko eingehe, denn – eine Garantie mein Ziel jemals zu erreichen, gibt es nicht. Jedoch ist die Sehnsucht nach meiner Insel so groß, dass ich gar nicht anders kann, als mich dem Wind zu überlassen und auf ihn zu vertrauen.
Vielleicht – eines Tages… bekomme ich eine Chance…vielleicht – irgendwann… findet mein Floß die Richtung und bringt mich zu dem Land, auf dem meine Träume wohnen. Zu der Insel, die meine Farben und Klänge trägt. Zu dieser Insel hinter dem Horizont – voller Frieden und Harmonie, voller Fantasie und Zärtlichkeit.
Viele Bündel voll Trost und Hoffnung habe ich an mein Floß geschnürt, sie werden mich unterstützen und tragen, auf meiner Reise hinter den Horizont….

 

26.10.09, © Birgit Walther-Lüers

 

Erinnerung

Ich sitz’ am See und sehe dich
– dein Spiegelbild im Wasser
ganz leise lächelst du mich an
und zwinkerst mir kurz zu
du lieber, wundervoller Mann
wer liebt mich ….so wie du…?

 
Erwartungslos
war unsre Zeit,
hast mich geliebt, so wie ich bin
und wenn ich einmal Fehler machte,
erklärtest du mir dessen Sinn
hast mich gelehrt, ich selbst zu sein
….es war ganz einfach – neben dir
du gabst mir so viel Wärme – Liebe
und ich gab was ich konnt’ von mir

 
Geborgenheit
die spürte ich
und die Geduld und viel Humor
dein Lachen war so unvergleichlich
…ich hab’ es immer noch im Ohr
…ach Opa, ich vermisse dich….
vermiss’ dich mehr als je zuvor

 
Ich sitz’ am See und sehe dich
– dein Spiegelbild im Wasser
ganz leise lächelst du mich an
und zwinkerst mir kurz zu
du lieber, wundervoller Mann
wer liebt mich jemals ….so wie du…?
Erwartungslos… wie du….

 

© Birgit Walther-Lüers

Das Gedicht entstand auf die Wortvorgabe: erwartungslos

 

Gedankenverloren

 

Gedankenverloren…
~ den Blick aus dem Fenster ~
versunken ins Gestern und Morgen
und die Welt schweigt still…

sanfte Klänge tropfen aus dem Radio
und rieseln die Wände herab.
Du legst den Kopf an die Schulter des Nachmittags
und tanzt mit ihm einen Blues…

(c) Birgit Walther-Lüers

 

Das Leben ist schön

 

Das Leben ist schön…
doch manchmal muss man´s suchen
darf sich nicht zur Seite drehn
um nur das Trist für sich zu buchen
Mut zahlt sich aus…
wenn man den Weg als Ziel ansieht -
wächst über sich auch mal hinaus
und wartet nicht nur, was geschieht
Raus aus dem Grau…
stolz und stark dem Licht entgegen
öffnen sich, für gelb, rot, blau,
so kann man vieles selbst bewegen
Das Leben ist schön….!

 

© Birgit Walther-Lüers

Carpe Diem

Die Segel sind schon längst gesetzt
und nehmen Fahrtwind auf
die Taue nicht ganz unverletzt
– das Risiko nimmt man in Kauf
will vorwärts kommen, Land erreichen
in ruhigen Wassern fahren
drum darf man nie die Segel streichen
wenn auch die Winde heftig waren
Vertraue auf die Tücherschimmel
die Zügel sind in deiner Hand
bald lichtet sich der düst´re Himmel
 
irgendwo…
und irgendwann…
 

© Birgit Walther-Lüers

Unvollendet

Unvollendet
ist dein Leben
so viele Zeiten fehlen noch

Hab viele Puzzleteile hier bei mir
kann´s nicht für dich vollenden
es fehlt das Hell von deinem Hier
es fehlt an allen Enden

Nicht für deine Ära ganz allein
– so auch für mein Verweilen
in meinem Hier, in meinem Sein
umringt von Puzzleteilen

Sie waren gestern noch so bunt
heut’ sind sie schwarz

~ unglaublich ~

Erschüttert ist der Untergrund
es fehlen Teile…

Wo ist dein Ich…?!

(c) Birgit Walther Lüers